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Menschenrechte in Salzburg 04/2022

Romatag in Salzburg // Bettelverbot vor VfGH // Gleichbehandlung von Geflüchteten gefordert // Hiketides braucht Spenden // Ukraine-Hilfe sucht Freiwillige // Sozialamt kassiert Teuerungsausgleich //Kostenlose Menstruationsartikel an Schulen // Beratung bei Diskriminierung in Salzburg // Workshops zu Menschenrechten // Tipps & Termine

 

Internationaler Romatag in Salzburg

Der Internationale Roma-Tag am Freitag 8. April steht in Salzburg ganz im Zeichen der Frauen. Ab 18 Uhr diskutieren im Jazzit ausschließlich Frauen zum Thema „Anerkennung und Frauenrechte“. Besonders Romnja werden oft stereotyp und folkloristisch dargestellt, was Vorurteile verstärkt. An der Podiumsdiskussion beteiligen sich Frauen der Sinti, Roma und Jenischen. Ab 20.20 Uhr steht im Jazzit dann ein Fest mit Live-Musik auf dem Programm.
 

Salzburger Bettelverbot wieder vor VfGH

Die Bettelverbotszone in der Stadt Salzburg kommt neuerlich vor den Verfassungsgerichtshof (VfGH). Die Plattform Menschenrechte unterstützt die entsprechende Beschwerde und hat dazu einen Rechtshilfefonds eingerichtet, der mit Spenden gespeist wird. Schon einmal hat der VfGH die von der Stadt Salzburg verordnete Bettelverbotszone als menschenrechtswidrig aufgehoben. Legitim ist ein Bettelverbot nach Ansicht des VvGH auf Märkten und auf den städtischen Friedhöfen. Mehr Info >> 
 

Gleichbehandlung von Geflüchteten gefordert

Über 90 Initiativen der österreichischen Zivilgesellschaft - darunter auch die Plattform Menschenrechte -  warnen in einem offenen Brief an die Regierung vor einem Zwei-Klassen-System im Asylwesen. Es dürfe keine Unterscheidung in „gute“ und „schlechte“ Geflüchtete  geben. Der Zugang zu Asyl und in der der Folge zum Arbeitsmarkt oder zu Bildung muss für alle gleich gelten. In Politik und Medien in Österreich wird bereits zunehmend eine Unterscheidung zwischen „Vertriebene“ aus der Ukraine und „klassischen Geflüchteten“ getroffen. Die Initiativen der Zivilgesellschaft warnen davor, dass struktureller Rassismus im Asylwesen etabliert wird.
 

Hiketides braucht Spenden

Der Verein Hiketides bietet seit vielen Jahren in Salzburg Psychotherapie für geflüchtete und traumatisierte Menschen. Das Team von Therapeut*innen arbeitet in mehreren Sprachen, unter anderem auf Russisch und dolmetsch-gestützt auch auf Ukrainisch. Da die Ressourcen begrenzt sind und der Bedarf enorm steigt, bittet der Verein darum, seine Arbeit mit Spenden zu unterstützen. Auch kleine Beträge sind ein wichtiger Beitrag. Mehr Info >> 
 

Ukraine-Hilfe sucht Freiwillige

Das Salzburger Freiwilligenzentrum koordiniert die Unterstützung durch ehrenamtlich Engagierte in der Ukraine-Hilfe. Gesucht werden beispielsweise Personen für Sprachtraining und für die Unterstützung bei der Integration. Die Caritas Salzburg ist Anlaufstelle für Ehrenamtliche, die sich bei der Erstaufnahme am Bahnhof, bei der Auswahl von Quartieren für Geflüchtete oder beim Sortieren von Sachspenden engagieren möchten.
 

Kostenlose Menstruationsartikel für Schulen

Die Salzburger Kinder- und Jugendanwaltschaft fordert kostenlose Menstruationsartikel an allen Pflichtschulen, wie es sie bereits in England, Frankreich und einigen US-Bundesstaaten gibt. Mit einer Kampagne möchte die Kija außerdem das Thema enttabuisieren. Laut einer Umfrage in Salzburg konnten sich 20 Prozent der Mädchen schon einmal keine Tampons oder Binden leisten.
 

Sozialamt kassiert Teuerungsausgleich

Die Beschwerden über das Salzburger Sozialunterstützungsgesetz reißen nicht ab. Aktuell wird der vom Nationalrat beschlossene Teuerungsausgleich für Pensionist*innen in Höhe von 150 Euro als  „zusätzliches Einkommen" wieder abgezogen. Dem Bezieher einer Waisenpension wurde deshalb sogar die Sozialhilfe gekürzt. Um den Teuerungsausgleich für die Betroffenen zu retten, sollte die Landesregierung eine eigene Verordnung erlassen, fordert das VertretungsNetz-Erwachsenenvertretung.
 

Workshops & Beratung

Workshops in Schulen zu Menschenrechten. Die Plattform bietet Workshops in Schulen zu verschiedenen Aspekten von Menschenrechten an – in Präsenz oder online. Themen sind auf Basis vom Salzburger Kompass Menschenrechte beispielsweise Anti-Diskriminierungsarbeit, Flucht & Asyl oder Hate Crime. Dank der Unterstützung der Stadt Salzburg kann ein Teil dieser Workshops kostenfrei durchgeführt werden. Infos und Anmeldungen

Beratung bei Diskriminierung in Salzburg.  Die Anti-Diskriminierungsstelle in der Stadt Salzburg berät derzeit nach Terminvereinbarung. Erreichbar ist die AD-Stelle per Mail oder telefonisch am Montag von 15.00 bis 18.00 Uhr und am Donnerstag von 09.00 bis 12.00 Uhr unter der Nummer 0676/8746 6979. Die AD-Stelle bietet rechtliche Abklärung sowie Beratung und Begleitung für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Das Angebot ist kostenfrei.
 

Tipps & Termine

Pro Grundeinkommen. Der Runde Tisch Grundeinkommen trifft sich am Mittwoch 13. April um 18.00 Uhr im ABZ in Itzling.

LGBTIQ*-Fotobuch. Ellfriede Pöttgen eröffnet am Donnerstag 21. April im Livingroom Event in der Bayerhamerstraße eine Ausstellung von Bildern ihres  LGBTIQ*-Fotobuchs ICH.

Gedenkstunde. Die Gendenkstunde für jene Romani und Sinti, die im sogenannten Zigeunerlager Maxglan interniert waren, findet am Freitag 29. April beim Mahnmal am Ignaz-Rieder-Kai statt.

Kostenloses Coaching für Frauen. Der Verein Kuldi bietet für einheimische und zugewanderte Frauen eigene Coachings zur Förderung von selbstbestimmten Arbeits- und Lebensverhältnisse an.

Deutschkurse für alle. Das Netzwerk Bildungsberatung informiert auf dem Portal deutschlernen-salzburg.at über aktuelle Deutschkurse in Salzburg. Aslysuchende und Zugezogene finden hier auch kostenlose Angebote rund um Deutschlernen, Basisbildung und Pflichtschul-Abschluss.

Persönliche Assistenz gesucht. Persönliche Assistent*innen erledigen professionell jene Tätigkeiten, die Menschen mit Behinderung nicht ausführen können. Anlaufstelle für Interessierte ist Knack:punkt – die Interessensvertretung für Menschen mit Behinderung in Salzburg.

Pushbacks durch Österreich. Dass österreichische Beamt*innen an der Grenze Asylsuchenden illegal abschieben, wurde nun erstmals durch ein Gericht in der Steiermark bestätigt.  

Rede für Menschenrechte. Menschenrechte und Transparenz forderte die Präsidentin vom norwegischen Fußball-Verband in einer aufsehenerregenden Rede auf dem FIFA-Kongress in Quatar. Hier der Wortlaut
 

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