header

Menschenrechte in Salzburg 04/2021

Unterstützen Sie Salzburg hat Platz! // Keine Cluster in Notquartieren // Barrierefreiheit in Salzburger Lokalen // Papst Leo-Preis für Josef Mautner // Desinformation mit Asylzahlen // Bald Arbeitserlaubnis für Asylsuchende? // Geschlechtsangleichung bei Kindern verboten // Beratung bei Diskriminierung in Salzburg // Workshops zu Menschenrechten // Tipps und Termine

 

 Unterstützen Sie Salzburg hat Platz!

Immer mehr Salzburger*innen fordern die Aufnahme von Geflüchteten aus den Lagern auf den griechischen Inseln. Die Plattform Menschenrechte hat dafür die Initiative Salzburg hat Platz ins Leben gerufen. Bereits 17 Pfarren im Bundesland unterstützten diese Initiative, aber ebenso Einrichtungen wie das Kolpinghaus oder die Salzburger Arbeiterkammer. Die Gemeindevertretungen von Oberndorf, Seekirchen, Saalfelden und zuletzt Hallein haben sich in eigenen Beschlüssen für die Aufnahme von Geflüchteten ausgesprochen. Unterstützen auch Sie Salzburg hat Platz mit einer persönlichen Botschaft auf Facebook oder Instagram. 


Keine Cluster in Notquartieren

Der von Salzburg eingeschlagene Weg, Obdachlose während der Pandemie in einem Hotel unterzubringen, zeigt Wirkung. Bisher wurden aus dieser Personengruppe in der Stadt nur vier positive Fälle gemeldet. In Innsbruck, wo es kein solches Konzept gibt, sind mehr als 50 obdachlose Personen infiziert, berichtet der Standard. In Salzburg betreibt die Caritas das Hotel „Wolfgang´s“ als 24-Stunden-Betreuungsstätte. Zugleich wurden in der Notschlafstelle Haus Franziskus die Plätze um die Hälfte auf 40 reduziert, um Abstandsregeln einhalten zu können.
 

Papst Leo-Preis für Josef Mautner

Josef „Pepo“ Mautner, Mitbegründer der Plattform für Menschenrechte, wird für seine Verdienste um die katholische Soziallehre mit dem Papst-Leo-Preis ausgezeichnet. Mautner war bis zu seiner Pensionierung im vergangenen Oktober Geschäftsführer des Bereiches Gemeinde und Arbeitswelt in der Katholischen Aktion Salzburg. Mit dem Preis gewürdigt wird vor allem sein Einsatz für Migrant*innen, Geflüchtete und Notreisende sowie für den interreligiösen Dialog. Josef Mautner ist weiterhin in der Plattform Menschenrechte aktiv und wird sich in der Katholischen Aktion ehrenamtlich als Menschenwürde-Beauftragter engagieren.
 

Barrierefreiheit in Salzburger Lokalen

Barrierefreiheit ist in Salzburger Lokalen keine Selbstverständlichkeit. Wer im Rollstuhl oder mit Kinderwagen unterwegs ist, sieht sich häufig mit Hürden konfrontiert. Das Stadtmagazin Fräulein Fora hat sich angeschaut, welche Lokale in Sachen Barrierefreiheit gut ausgestattet sind. Diese Liste mit vorbildlichen Lokalen gilt, sobald die Gaststätten wieder aufsperren dürfen.
 

Desinformation mit Asylzahlen

Österreich habe allein im letzten Jahr 5.000 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge aufgenommen. Das hat Innenminister Nehammer in der Diskussion um die Aufnahme von Geflüchteten aus den Lagern in Griechenland behauptet. Nach einer parlamentarischen Anfrage der Neos stellte sich heraus: Tatsächlich hat Österreich letztes Jahr 186 unbegleitete Minderjährige aufgenommen. Dazu haben rund 2.300 begleitete Minderjährige Asyl bekommen. Rund 3.000 wurden als Kinder von Schutzberechtigten in Österreich geboren. „In anderen Ländern bekommen solche Kinder die Staatsbürgerschaft, in Österreich dienen sie als Argument, warum keine Menschen aus den griechischen Lagern befreit werden“, heißt es dazu bei der Asylkoordination Österreich.

 

Bald Arbeitserlaubnis für Asylsuchende?

Asylsuchende dürfen in Österreich prinzipiell nicht arbeiten. Ausnahmen gibt es beispielsweise für Erntehelfer. Diese Regelung wurde mit dem sogenannten Bartenstein-Erlass unter der Regierung Schüssel eingeführt. Somit muss auch das AMS Ansuchen von Asylsuchenden um Beschäftigungsbewilligungen ablehnen. Dies könnte sich nun als rechtswidrig herausstellen. Weil ein Erlass für ein solches Vorgehen möglicherweise nicht ausreicht, prüft der Verfassungsgerichtshof diese seit vielen Jahren kritisierte Praxis.
 

Deutschland verbietet Geschlechtsangleichung bei Kindern

Die Eltern von intergeschlechtlichen Kindern dürfen künftig keine geschlechtsangleichenden Operationen an ihrem Nachwuchs mehr vornehmen lassen. Das hat der deutsche Bundestag beschlossen. Ausnahmen sind nur erlaubt, wenn der Eingriff medizinisch nicht aufschiebbar ist und von einer Kommission befürwortet wird. Geht es hingegen nur darum, das Geschlecht eines Kindes an die binäre Ordnung männlich oder weiblich anzupassen, sind operative Eingriffe verboten. Laut Schätzungen werden in Deutschland jährlich etwa 160.000 Menschen mit nicht eindeutig ausgebildeten Geschlechtsmerkmalen geboren.
 

Beratung bei Diskriminierung in Salzburg

Die Anti-Diskriminierungsstelle (AD-Stelle) in der Stadt Salzburg berät derzeit nach Terminvereinbarung. Erreichbar ist die AD-Stelle per Mail oder telefonisch am Montag von 15.00 bis 18.00 Uhr und am Donnerstag von 09.00 bis 12.00 Uhr unter der Nummer 0676/8746 6979. Die AD-Stelle bietet rechtliche Abklärung sowie Beratung und Begleitung für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Das Angebot ist kostenfrei >> mehr Info


Workshops zu Menschenrechten in Salzburg

Die Plattform bietet wieder Workshops in Schulen zu verschiedenen Aspekten von Menschenrechten an – in Präsenz oder online. Die Basis für diese Workshops bildet der Salzburger Menschenrechte-Kompass, Themen sind beispielsweise Anti-Diskriminierungsarbeit, Rassismus oder Hate Crime. Dank der Unterstützung der Stadt Salzburg kann ein Teil dieser Workshops kostenfrei durchgeführt werden. Anmeldung und Info


Tipps und Termine
 

Weiterbildung Online-Mediation. Konflikt-Lösung im virtuellen Raum ist Thema eines Workshops des Friedensbüros am 19. Und 20. April. Referenten sind Holger Specht und Willibald Walter.

Selbst-Test einfach verständlich. Die Stadt Salzburg hat in Zusammenarbeit mit der Apotheker-Kammer eine einfach verständliche Anleitung für Corona-Selbst-Tests erstellt.

Hiketides Muttersprache. Der Verein Hiketides bietet seit Jahresbeginn kultursensible Psychotherapie und kostenfreie psychotherapeutische Begleitung in Erstsprache an. So etwa in Türkisch, Serbokroatisch (BKS), Punjabi, Urdu, Hindi und Chinesisch. Hiketides erweitert damit sein bisheriges Angebot für Geflüchtete um eine weitere Zielgruppe. 


Sie möchten, dass Ihre Freund*innen und Bekannten über Menschenrechte in Salzburg informiert werden? Empfehlen Sie unseren Newsletter!