header

Menschenrechte in Salzburg 06/2021

Leben mit Trauma im Exil // Umbrella March am 17. Juni // Warten auf Salzburger Resolution zu Geflüchteten // Spendenaktion: Musa gibt nicht auf // Berater für Behinderten-Angelegenheiten eingespart // Protest zum Hurentag // Racial Profiling bei der Polizei // Beratung bei Diskriminierung // Workshops zu Menschenrechten

 

Vortrag: Leben mit Trauma im Exil

Nach Krieg, Folter und Flucht. Wie Leben im Exil trotzdem gelingen kann. So lautet der Titel eines Vortrags der Psychologin Barbara Preitler am 11. Juni um 19.00 Uhr im Antonius-Saal in Itzling. Menschenrechtsverletzungen im Herkunftsland und auf Fluchtwegen hinterlassen tiefe seelische Traumata. Verstärkt werden diese oft durch lange Zeiten der Ungewissheit im Asylverfahren. Dies ist für die Betroffenen schwer zu ertragen und kann auch Helfer*innen überfordern.  Wie ein erfülltes Leben trotzdem gelingen kann, schildert Barbara Preitler in diesem Vortrag auf Einladung von Hiketides. Anmeldung erforderlich.


Umbrella March am 17. Juni

Zum bevorstehenden Weltflüchtlingstag gibt es am 17. Juni in Salzburg wieder einen Umbrella March. Das Motto lautet: Geflüchtete brauchten Schutz. Wir spannen den Schirm auf. Mit aufgespannten Regenschirmen marschieren die Teilnehmenden deshalb vom Mirabellplatz zum Mozartplatz. Organisationen der Zivilgesellschaft rufen in mehreren österreichischen Städten wieder zum Umbrella March auf. >> mehr Info


Warten auf Salzburger Resolution zu Geflüchteten

Im Dezember des Vorjahres haben SPÖ, Bürgerliste, NEOS und KPÖ im Salzburger Gemeinderat Anträge eingebracht, wonach die Stadt Geflüchtete aus den Lagern in Griechenland aufnehmen soll. Inzwischen liegen dazu ein Amtsbericht und eine Resolution vor, die Bürgermeister Preuner aber noch immer nicht freigegeben hat. Somit kann der Gemeinderat nicht darüber abstimmen. Im Stadtsenat verschwand der Amtsbericht trotz Ankündigung von der Tagesordnung. Der Vorschlag lautet, dass sich die Stadt Salzburg dazu bereit erklärt, 25 unbegleitete minderjährige Geflüchtete aufzunehmen.


Spendenaktion Musa gibt nicht auf

Für Musa Ebrima aus Gambia haben Unterstützer*innen eine Spendenaktion gestartet. In Österreich ist der junge Mann nach einen negativ entschiedenen Asylverfahren ohne  rechtlichen Status. Keine Arbeitserlaubnis, kein Einkommen, keine Versicherung. Weil sein Herkunftsland keine Papiere ausstellt, kann er auch nicht abgeschoben werden. Der junge Mann ist auf der Flucht, seit er acht Jahre alt ist, er musste auch als Kindersoldat kämpfen. In Salzburg wird Musa von einem Sportverein unterstützt. Damit er in einem komplizierten Bleiberechtsverfahren einen Anwalt bekommt, haben seine Unterstützer*innen nun eine Spendenaktion gestartet. >> mehr Info


Berater für Behinderten-Angelegenheiten eingespart

In einem offenen Brief an Sozialminister Wolfgang Mückstein protestieren mehrere Organisation gegen die geplante Einsparung des Sonderberaters für Behinderten-, Versorgungs- und Sozialhilfeangelegenheiten im Ministerium. „Die Geringschätzung des Themas ist erschreckend und möglicherweise dürfen wir uns schon glücklich schätzen, wenn irgendeine schon jetzt gut beschäftigte Person im Kabinett das Thema irgendwie mitbetreut“, heißt es in dem offenen Brief. Und weiter: „Moderne Behindertenpolitik schaut anders aus.“


Protest zum Hurentag

Aus Anlass des Internationalen Hurentags kritisieren Organisationen von Sexarbeiter*innen und Beratungseinrichtungen Informationsmangel, Rechtsunsicherheit und Behördenwillkür. So habe es während der Pandemie oft keine Termine für die vorgeschriebenen Kontrolluntersuchungen gegeben. Andererseits sei es zu vielen ungerechtfertigten Anzeigen gekommen. Sexarbeiter*innen würden so verstärkt in die Illegalität gedrängt. In Salzburg setzt sich die Organisation Pia für die Rechte von Sexarbeiter*innen ein.


Racial Profiling bei der Polizei

Das so genannte Racial Profiling durch die Polizei ist in kaum einem europäischem Land so verbreitet wie in Österreich. Zu diesem Schluss kommt die EU-Grundrechte-Agentur. Racial Profiling bedeutet, dass Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe angehalten und kontrolliert werden, zum Beispiel Roma oder Menschen mit dunkler Hautfarbe. Die Agentur hat bestimmte Bevölkerungsgruppe zu ihren Erfahrungen befragt: 25 Prozent gaben an, dass sie im letzten Jahr mindestens einmal von der Polizei kontrolliert wurden. Dass Racial Profiling auch im Bundesland Salzburg verbreitet ist, hat die Plattform im aktuellen Salzburger Menschenrechtsbericht dokumentiert.


Beratung bei Diskriminierung in Salzburg

Die Anti-Diskriminierungsstelle in der Stadt Salzburg berät derzeit nach Terminvereinbarung. Erreichbar ist die AD-Stelle per Mail oder telefonisch am Montag von 15.00 bis 18.00 Uhr und am Donnerstag von 09.00 bis 12.00 Uhr unter der Nummer 0676/8746 6979. Die AD-Stelle bietet rechtliche Abklärung sowie Beratung und Begleitung für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Das Angebot ist kostenfrei. >> mehr Info
 

Workshops zu Menschenrechten in Salzburg

Die Plattform bietet wieder Workshops in Schulen zu verschiedenen Aspekten von Menschenrechten an – in Präsenz oder online. Themen sind auf Basis vom Salzburger Kompass Menschenrechte  beispielsweise Anti-Diskriminierungsarbeit oder Hate Crime. Dank der Unterstützung der Stadt Salzburg kann ein Teil dieser Workshops kostenfrei durchgeführt werden. Infos und Anmeldung
 

Tipps und Termine

Made in Africa. Die europäischen Handelsbeziehungen mit Afrika rückt eine Veranstaltungsreihe des AAI Salzburg ins Zentrum. Eröffnung ist mit einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, 17. Juni um 19.00 Uhr.

Sprache und Diskriminierung. Die Reihe Der Klagsverband diskutiert ist am 17. Juni ab 18.00 Uhr dem Thema Sprache und Diskriminierung gewidmet. Vorrangig geht es in dieser Online-Diskussion um gebärdensprachige Menschen und bildungsbenachteiligte Migrant*innen.

Workshop Zivilcourage. Was tun, wenn Menschen verbal oder tätlich angegriffen werden? In diesem Workshop des Friedensbüros am 18. und 19. Juni in St. Virgil werden Handlungsmöglichkeiten und Strategien vermittelt.

Tagung Young Rebels. Das Thema  Jugendproteste und gesellschaftliche Veränderung steht im Zentrum einer Tagung des Friedensbüros am 1. Juli und 2. Juli in St. Virgil.

Achtung Wortkeulen. In seinem Buch „Achtung Wortkeulen“ legt der Autor Heinrich Breidenbach die Sprachtricks der Schlechtmenschen offen. Am 1. Juli um 19.00 präsentiert er das Buch in der Jungk-Bibliothek. 
 

Sie möchten, dass Ihre Freund*innen und Bekannten über Menschenrechte in Salzburg informiert werden? Empfehlen Sie unseren Newsletter!