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Salzburg hat Platz für Geflüchtete

|   Flucht und Asyl

Viele Organisationen der Zivilgesellschaft, Pfarren und Privatpersonen möchten bei der Versorgung von Geflüchteten helfen. Die Asylpolitik der Regierung wird als unmenschlich kritisiert.

Die Plattform für Menschenrechte hat im Bundesland Salzburg die Aktion Salzburg hat Platz für Geflüchtete gestartet. Die Situation in den Flüchtlingslagern an den EU-Außengrenzen ist nach wie vor untragbar und dafür braucht es eine gesamteuropäische Lösung. Österreich muss dazu seine bisherige Verweigerungshaltung aufgeben und konstruktiv an einer Lösung mitarbeitet.

„Da dies von oben derzeit nicht geschieht“ so Josef Mautner von der Plattform Menschenrechte, „koordinieren wir einen Beitrag zur Lösung dieser humanitären Katastrophe, die von unten kommt: aus den Ländern, Städten und Gemeinden.“ Die Plattform Menschenrechte sammelt Erklärungen von Pfarren, Vereinen und Organisationen, die bereit sind, Geflüchtete in Salzburg unterzubringen oder während ihres Aufenthaltes zu betreuen: beim Deutschlernen, bei Arztbesuchen, bei Behördengängen, mit psychotherapeutischer Versorgung etc.

Auch Arbeiterkammer sagt: Salzburg hat Platz!

Bisher haben zahlreiche Organisationen der Zivilgesellschaft und 12 Pfarren in Stadt und Land Salzburg ihre Beteiligung an der Aktion zugesagt. Pfarrwerfen könnte beispielsweise sechs Personen aufnehmen. Am Donnerstag vergangener Woche hat die Gemeindevertretung von Oberndorf einen Beschluss gefasst, ein bis zwei Flüchtlingsfamilien aufzunehmen. Die Vollversammlung der Salzburger Arbeiterkammer hat am Mittwoch auf Antrag der AUGE einstimmig beschlossen, die Initiative Salzburg hat Platz zu unterstützen. Ebenfalls am Mittwoch haben Bürgerliste, NEOS und KPÖ plus im Salzburger Gemeinderat den Antrag eingebracht, dass die Stadt Salzburg hat Platz unterstützen und dem Bündnis Sicherer Hafen beitreten soll. Salzburg würde sich damit bereiterklären, Schutzsuchende aus den Lagern an den EU-Außengrenzen sowie aus Seenot gerettete Menschen aufzunehmen. Der Antrag wird nun in einem Ausschuss behandelt.

„Wir bekommen derzeit zahlreiche Anfragen von Menschen, die Geflüchtete unterstützen wollen und sich entschieden gegen die Politik der Bundesregierung aussprechen“, erklärt Josef Mautner. „Wir fordern deshalb auch Landeshauptmann Haslauer auf, sich bei Bundeskanzler Kurz für eine menschliche Asylpolitik einzusetzen.“

Am Sonntag 20. Dezember findet am Platzl ab 15: 30 Uhr eine Kundgebung für eine menschliche Asylpolitik statt.