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Menschenrechte in Salzburg 11/2019

 

Alltag und Menschenrechte in Stolipinovo // 20 Jahre Plattform für Menschenrechte // Lehrgang Menschenrechtsarbeit vor Ort // Massive Kritik am Sozialunterstützungsgesetz // Runder Tisch neu besetzt // Notschlafstelle für Frauen // AMS-Algorithmus diskriminiert // Sexismus mit Vorbildwirkung // Workshops & Beratung // Tipps & Termine

 

Alltag und Menschenrechte in Stolipinovo

Der Journalist Andreas Kunz präsentiert am 6. November ab 19.00 Uhr im Haus Franziskus eine Studie zur Situation der Menschenrechte in der größten Roma-Siedlung auf dem Balkan. Stolipinov ist ein Stadtteil von Plovdiv, der europäischen Kulturhauptstadt 2019. Der hohe Anteil der Rom*nija an der Gesamtbevölkerung von Plovdiv war im Bewerbungsprozess zur Kulturhauptstad stets ein großes Thema, findet im laufenden Jahr aber kaum Niederschlag.

 

20 Jahre Plattform für Menschenrechte

Das 20 Jahre-Jubiläum der Plattform für Menschenrecht steht unter dem Titel " Eine Geschichte von Scheitern und Widerstand". Die Plattform - der heute mehr als 30 Organisationen der Zivilgesellschaft angehören - war und ist der Versuch, der vorherrschenden Politik der Ausgrenzung Solidarität und gemeinsames Handeln entgegenzusetzen. Menschenrechtsarbeit nicht in fernen Ländern, sondern in Stadt und Land Salzburg. Gefeiert wird am 10. Dezember ab 19.00 Uhr in der ARGEkultur. Zu den Gästen zählen unter anderem Albert Mondschein vom Zentrum für Politische Schönheit

 

Lehrgang Menschenrechtsarbeit vor Ort

Am 18. Jänner 2020 startet der Lehrgang Menschenrechtsarbeit vor Ort mit insgesamt sechs Modulen jeweils an Samstagen. Im Zentrum stehen Fragen wie: Auf welchen rechtlichen Grundlagen basiert lokale Menschenrechtsarbeit? Wie komme ich von der persönlichen Betroffenheit zu einer wirkungsvollen Strategie? Was ist bei Lobbying und Öffentlichkeitsarbeit zu beachten? Welchen Regeln braucht es für die Arbeit in Teams? Zielgruppe des Lehrgangs sind ehrenamtlich Engagierte von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Privatpersonen. >> mehr Info

Massive Kritik am Sozialunterstützungsgesetz

Salzburger NGOs und Expert*innen kritisieren das neue Sozialunterstützungsgesetz in zahlreichen Stellungnahmen als menschenrechtswidrig. Das Bundesgesetz sieht keine Absicherung mehr vor, wie dies mit der bedarfsorientierten Mindestsicherung der Fall war. Stattdessen ist nur noch von einer "Unterstützung" die Rede. In Salzburg soll im Dezember ein entsprechendes Landesgesetz beschlossen werden. Auf Einladung von Solidarisches Salzburg und Wohnungslosenhilfe findet am 3. Dezember ab 09.00 Uhr im Haus Franziskus eine Info-Veranstaltung statt. 

 

Runder Tisch Menschenrechte neu besetzt

Der Runde Tisch Menschenrechte der Stadt Salzburg hat drei neue Mitglieder: Johanna Fellinger (Kinder- und Jugendhilfe), Michaela Gründler (Straßenzeitung Apropos) und Stefan Tschandl (Info-Z des Magistrates) nahmen im Oktober ihre Arbeit auf. Der Runde Tisch sieht sich in seinem Mission-Statement als "das menschenrechtliche Gewissen der Stadt Salzburg". Aufgabengebiete sind u. a. Öffentlichkeitsarbeit zu aktuellen Menschenrechtsfragen, Schwerpunktsetzung in der kommunalen Menschenrechtsarbeit sowie Beratung von Politik und Verwaltung.

 

Haus Elisabeth: Notschlafstelle für Frauen

Mit dem Haus Elisabeth gibt es in Salzburg erstmals 20 Notschlafplätze nur für Frauen. Das neue Caritas-Zentrum in den Räumen der alten Elisabeth-Bühne umfasst außerdem eine Sozialberatungsstelle sowie ein Tageszentrum. "Es wird ein Ort der Begegnung, Gemeinschaft und Würde sein, an dem Menschen aus allen sozialen Schichten zusammenkommen können: um zu reden und Zeit miteinander zu verbringen, sich zu wärmen, zu duschen und einen Schlafplatz zu finden", so die Caritas Salzburg.

AMS-Algorithmus in der Kritik

Mit "größter Skepsis" reagiert Behinderten-Anwalt Hansjörg Hofer auf die Einführung eines neuen Algorithmus beim AMS. Kriterien wie Alter, Geschlecht, Herkunft, Betreuungspflichten und Behinderung werden nun bei der Kategorisierung arbeitsuchender Menschen herangezogen. Wer sehr schlechte Chancen am Arbeitsmarkt hat, könnte künftig nur noch minimale Unterstützung erhalten, lautet die Befürchtung. "Das AMS zieht sich dort zurück, wo der Bedarf nach individueller Unterstützung am größten ist, nämlich bei Menschen mit Behinderungen. Da könnte der Eindruck einer systematischen Diskriminierung entstehen!", so Hansjörg Hofer.

 

Sexismus mit Vorbildwirkung

Die Marke True Fruits hat mehrmals mit besonders sexistischer oder rassistischer Werbung auf sich aufmerksam gemacht. Der Geschäftsführer des Smoothie-Herstellers soll nun auf der "Online-Marketing Konferenz in Salzburg" über "erfolgreiches Marketing" sprechen. Die Kritik dazu in sozialen Netzwerken ist massiv, hat doch der Österreichische Werberat die Kampagnen von True Fruits als "herabwürdigend und diskriminierend" eingestuft. Ein Sujet für die Wiederverwendbarkeit von Trinkflaschen lautet etwa "Abgefüllt und mitgenommen".

 

Workshops und Beratung

Workshops für Jugendliche Die Plattform bietet Workshops zu relevanten Fragestellungen rund um Menschenrechte an. Zielgruppen sind Schüler*innen, Jugendliche und Lehrpersonen. Als Basis für die Workshops dient der Salzburger Kompass Menschenrechte. Eine begrenzte Zahl an Workshops kann kostenlos angeboten werden. Kontakt

Beratung bei Diskriminierung. Die Anti-Diskriminierungsstelle berät kostenlos und vertraulich Menschen in der Stadt Salzburg, die diskriminiert werden. Die Beratungszeiten sind: Montag und Donnerstag von 16.00 bis 19.00 Uhr im BeauftragtenCenter im Schloss Mirabell sowie Montag von 09.00 bis 13.00 Uhr im ABZ in der Kirchenstraße 34 und nach Vereinbarung. Kontakt

 

Tipps & Termine

Globale Ungleichheit. Die Entwicklungspolitischen Hochschulwochen von Südwind Salzburg und Uni Salzburg thematisieren ab 5. November globales Denken und einen nachhaltigen Lebensstil als Ansatz für die Reduktion von globaler Ungleichheit.

Solidarität? Die Salzburger Armutskonferenz zum Thema "Solidarität... Es war einmal?" steht am 7. November in St. Virgil auf dem Programm.

Kaddisch. Am 9. November findet ab 18.00 Uhr am Alten Markt eine Gedenkfeier an die Reichspogromnach statt. Ab 19.00 gibt es in der Kollegienkirche eine Kaddisch mit Lesung und Musik im Gedenken an Marko Feingold.

Café-Treff Pflege. Einen Austausch für Personen, die in der 24-Stunden-Pflege tätig sind, bietet der Café-Treff Pflege am 13. November von 13.00 bis 16.00 im ABZ - Haus der Möglichkeiten - in Itzling.

Die Zukunft Europas. Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot wird am 13. November mit dem Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung ausgezeichnet. Bereits am Nachmittag findet in der Robert Jungk-Bibliothek ein Workshop mit der Preisträgerin zum Thema Die Zukunft Europas statt.

Intersex-Solidarity. Das Thema Intergeschlechtlichkeit im Kontext von Selbstvertretung und Menschenrechtsaktivismus steht beim Intersex-Solidarity-Day am 16. November in der Hosi auf dem Programm.

Symposium WIDERständig. Was macht Widerstand aus? Was macht Widerstand mit uns? Auf dem Symposium WIDERständig des Friedensbüros am 22. und 23. November werden Spannungsverhältnisse, Ambivalenzen und Dilemmata thematisiert. 

Lehrgang Gewaltprävention. Praxis- & lösungsorientierte Wege in der Gewaltprävention" zeigt der Lehrgang "Bevor`s kracht" des Friedensbüros Salzburg ab Februar 2020. Info und Anmeldung

 

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