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Menschenrechte in Salzburg 02/2020

Salzburger*innen zunehmend autoritär // Zu wenig Deutschkurse // Volksanwalt fordert Lohn statt Taschengeld // Theologe spricht von "Kopftuchkränkung" // Verheerende Lage in Afghanistan // Beratungstag der Anti-Diskriminierungsstelle // Workshops zu Menschenrechten // Tipps & Termine

 

Salzburger*innen zunehmend autoritär

Autoritäre Einstellungen nehmen in der Salzburger Bevölkerung massiv zu. Das geht aus einer Langzeitstudie des Soziologen Wolfgang Aschauer hervor. Demnach wünschen sich 84 Prozent der Salzburger*innen eine starke Führungspersönlichkeit. Vor drei Jahren lag der Wert noch bei 60 Prozent. Fast die Hälfte der Befragten meinte, gesellschaftliche Probleme wären gelöst, wenn man Nichtstuer loswerden könnte. Fazit des Studienautors: "Es herrscht eine Sehnsucht nach Ordnung, Führungsstärke und einfachen Lösungen in einer zunehmend komplexeren Welt."

Zu wenig Deutschkurse in Salzburg

Der Zugang von Asylsuchenden zu Deutschkursen hat sich deutlich verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bundesländer-Erhebung von SOS Mitmensch. Viele Asylsuchende haben derzeit keine Möglichkeit, einen passenden Kurs zu besuchen. Salzburg ist das einzige Bundesland, das Asylsuchenden die Teilnahme an Deutschkursen vorschreibt - und sich damit auch zur Bereitstellung von Kursen verpflichtet. Allerdings gilt die Selbstverpflichtung nur für niedrige Kurs-Niveaus von Alphabetisierung bis A1. Gefragt sind inzwischen aber Kurse für höhere Niveaus.

Lohn statt Taschengeld für Menschen mit Behinderungen

Als "unbefriedigend und unzulässig" bezeichnete die Volksanwaltschaft im Salzburger Landtag die Situation von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt. Menschen in Behindertenwerkstätten bekommen nur ein Taschengeld und keinen Lohn. Sie müssen bei den Eltern mitversichert werden und haben später keinen Anspruch auf eine Pension. "Junge Menschen leiden darunter besonders. Sie kommen meist ihr ganzes Leben nicht mehr aus dieser Situation heraus. Sie haben keine Chance, selbständig zu werden", kritisiert Volksanwalt Bernhard Achitz.

Theologe spricht von "Kopftuchkränkung"

Der Pastoraltheologe und Werteforscher Paul Zulehner kritisiert das geplante Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 Jahren an österreichischen Schulen. Das Kopftuchverbot biete jungen Frauen keine Wahl, sondern sei vielmehr ein Diktat und höhle die Religionsfreiheit aus. Der islamischen Religionsgemeinschaft werde untergründig "Illegalität" unterstellt. Die österreichische Migrationspolitik, so Zulehner in einem Kommentar im Standard, "verursacht derzeit bei Österreicherinnen und Österreichern islamischen Glaubens eine Art subtiler kollektiver Kränkung." 

Verheerende Lage in Afghanistan

Ein neuer UNO-Bericht bezeichnet Afghanistan als das Land mit dem tödlichsten Konflikt der Welt. "Kämpfe wüten weiter. Zivilisten, insbesondere Frauen und Kinder, sind täglich tödliche Risiken ausgesetzt. Massenvertreibung ersticken die instabile Wirtschaft des Landes. Jahrelange Schocks haben eine akut gefährdete Bevölkerung mit zu wenigen wirtschaftlichen Ressourcen hinterlassen, um neue Krisen zu bewältigen."

Beratungstag der Anti-Diskriminierungsstelle

Am Montag 10. Februar findet der nächste Beratungstag der Anti-Diskriminierungsstelle in der Stadt Salzburg statt. Zwischen 10.00 und 17.00 Uhr gibt es im Büro in der Kirchenstraße 34 rechtliche Unterstützung für Personen, die diskriminiert werden. Anmeldung

Workshops zu Menschenrechten

Die Plattform bietet Workshops zu relevanten Fragestellungen rund um Menschenrechte an. Zielgruppen sind Schüler*innen, Jugendliche und Lehrpersonen. Als Basis für die Workshops dient der Salzburger Kompass Menschenrechte. Eine begrenzte Zahl an Workshops kann kostenlos angeboten werden. Kontakt

Tipps und Termine


Fridays for Future. Der Alte Markt in der Stadt Salzburg ist am 31. Jänner ab 11.55 Uhr Treffpunkt für die Aktivist*innen von Fridays for Future.

Soli-Café. Im Soli-Cafe in der Lasserstraße werden in nächster Zeit Themen diskutiert, die nicht im Programm der türkis-grünen Regierung stehen. Am Dienstag 4. Februar geht es um die Bereiche LGBTIQA+, Klima, Wohnen & Wohnungslosigkeit.

Jägerstätter-Film. Das Schicksal des Kriegsdienstverweigeres Franz Jägerstätter im NS-Regime thematisiert der Film "Ein verborgenes Leben". Am 6. Februar ab 19.00 Uhr gibt es den Film mit einer Einführung im DAS KINO zu sehen.

Lehrgang Gewaltprävention. Praxis- & lösungsorientierte Wege in der Gewaltprävention sind Thema des Friedensbüro-Lehrgangs „Bevor´s kracht“. Start ist am 7. Februar.

NGO-Stammtisch. Der nächste Salzburger NGO-Stammtisch findet am 11. Februar ab 18:00 Uhr in der Trumerei statt.

Mein Leben als Migrantin. Frauen entwickeln mit einer Theater-Pädagogin ein Stück über ihre Erfahrungen als Migrantinnen in Österreich. Aufführung am Fest zum internationalen Frauentag. Wer macht mit? Infos bei Drehscheibe Integration und Frau & Arbeit.

Kompetente Frauen. Im nächsten Kompetenz-Café am Donnerstag 13. Februar im ABZ können Frauen ihre beruflichen Fähigkeiten analysieren. Sprachen: Deutsch, Englisch, Farsi, Dari, Paschtu, Arabisch, Kurdisch, Urdu. Mehr Infos bei Frau & Arbeit.

Lehrgang für Leichte Sprache. Im Bildungshaus St. Virgil startet am 24. April ein mehrteiliger Lehrgang für Leichte Sprache. Mehr Info.

 

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