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Menschenrechte in Salzburg 02/2018

Menschenverachtende Abschiebungen //Vortrag: Die Banalität des Rassismus // Kunstwettbewerb Menschenwürde // Normalisierung des Rechtsextremismus // MuslimInnen gegen Antisemitismus // Kritik an Licht ins Dunkel // Zivilgesellschaft unter Druck // Workshops // Tipps & Termine

 

Menschenverachtende Abschiebungen 

Die Abschiebungen von gut integrierten Asylwerber*innen hat österreichweit breite Ablehnung hervorgerufen. Salzburgs Flüchtlingspfarrer Alois Dürlinger kritisierte sie als überflüssig, nutzlos und dumm". Josef Hader erklärte als Unterzeichner einer Petition: "Die Abschiebung von Asylwerbern, die eine Lehre in einem Berufsfeld absolvieren, in dem akuter Arbeitskräftemangel herrscht, ist nicht nur menschlich höchst fragwürdig, sondern auch ökonomischer Unsinn". Kritisiert wird auch, dass in Österreich Asylwerber*innen trotz laufender Bleiberechtsverfahren abgeschoben werden können.

Vortrag: Die Banalität des Rassismus

Formen des Alltagsrassismus gegenüber Fremden analysiert der Migrationsforscher und Journalist Mark Terkessidis in seinem Vortrag am 1. März ab 19.30 Uhr auf der Edmundsburg in Salzburg. Im Anschluss gibt es ein Podiumsgespräch zu der Frage, wie wir in Salzburg gegen Ausgrenzungsmechanismen angehen können. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem StefanZweig-Center statt.

Kunstwettbewerb Menschenwürde

Einen Kunstwettbewerb zum Thema Menschenwürde schreibt die Plattform für Menschenrechte aus. Eingereicht werden können verschiedenste Formate von Video über Malerei bis hin zu Installationen. Die Werke werden in einer Ausstellung gezeigt. Mehr Info

Normalisierung des Rechtsextremismus

Universitätsangehörige aus ganz Österreich fordern Bundeskanzler Kurz in einem offenen Brief zu Konsequenzen gegen Burschenschafter auf. Die Normalisierung des Rechtsextremismus schreite voran. Dies zeigten nicht nur die jüngst zu Tage getretenen Liedtexte, "die einem Aufruf zum Massenmord gleichkommen", sondern auch die Hasspostings nach dem Ableben von Ute Bock. Als Bundeskanzler trage Kurz eine besondere Verantwortung. "Beenden Sie die Zusammenarbeit mit allen, die Mitglieder rechtsextremer Burschenschaften in ihren Büros beschäftigen", heißt es in dem Brief.

MuslimInnen gegen Antisemitismus

Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) stellt sich dem Thema Antisemitismus in der eigenen Community. Im Rahmen einer Kampagne sollen junge Menschen aufgeklärt und sensibilisiert werden. Eine Veranstaltungsreihe beinhaltet nicht nur Workshops und Besuche jüdischer Einrichtungen, sondern auch eine Studienreise zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz in Begleitung einer Zeitzeugin.

Kritik an Licht ins Dunkel

Respekt nicht Mitleid! Behindertenvertreter*innen fordern schon seit Jahren einen Paradigmen-Wechsel bei der Aktion Licht ins Dunkel. Die ORF-Aktion hetze von einem Spendenrekord zum nächsten. Sinnvoller wäre es, wenn die Unternehmenspartner Menschen mit Behinderungen beschäftigten oder in ihren Unternehmen das Geld für Barrierefreiheit einsetzten, heißt es beim Behindertenberatungszentrum Bizeps. Auch ein Beitrag in der Uni-Press hinterfragt stereotype Darstellungsweisen von Menschen mit Behinderung verbunden mit der Mitleidstour zu Weihnachten.

Zivilgesellschaft unter Druck

Organisationen der Zivilgesellschaft spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von Grund- und Menschenrechte in den Ländern der Europäischen Union. Das wird ihnen durch rechtliche und praktische Hindernisse aber zunehmend erschwert. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit dem Titel "Challenges facing civil society organisations working on human rights in the EU", die im Auftrag der Europäischen Union erstellt wurde und auch Beispiele zeigt, wie den Entwicklungen wirksam begegnet werden kann.

Workshops und Lehrgänge

Lehrgang lokale Menschenrechtsarbeit. Am 24. Februar startet wieder ein Lehrgang Menschenrechtsarbeit vor Ort. Dieses Fortbildungsangebot der Plattform richtet sich an ehrenamtlich Engagierte in zivilgesellschaftlichen Organisationen und umfasst sechs Module jeweils an Samstagen. Themen sind u.a. Theorie und Praxis der Menschenrechte ebenso wie Fragestellungen in der unterstützenden Arbeit mit Betroffenen oder wirksame Öffentlichkeitsarbeit. Mehr Info

Workshops zu Menschenrechten. Auf Basis des Salzburger Menschenrechts-Kompasses bietet die Plattform Menschenrechte Workshops und Vorträge zu relevanten Fragestellungen an. Zielgruppe sind Multiplikator*innen wie Pädagog*innen oder Jugendarbeiter*innen. Ebenso können Workshops zu einzelnen Menschenrechts-Themen für Schulklassen und Jugendgruppen angefragt werden. Kontakt

ZARA-Workshop. Die Auseinandersetzung mit den Themen Identität, Eigen- und Fremdzuschreibungen sowie Diskriminierung steht im Zentrum eines Workshops mit Volker Frey und Nikolaus Rainberg im Rahmen des Monats der Vielfalt am 2. Februar im Schloss Mirabell. Titel des kostenlosen Workshops: Sensibler Umgang mit Vielfalt

Tipps & Termine

Salzburger Armutskonferenz. Die 8. Regionale Armutskonferenz findet am 1. Februar im Bildungshaus St. Virgil statt. Programm

Radikal gegen Extremismus. Ein Buch von Nedžad Moćević und Alexander Osman gibt Einblicke in Theorie und Praxis von 20 Jahren muslimischer Jugendarbeit, es wird am 6. Februar um 19.00 Uhr in der Robert Jungk-Bibliothek präsentiert.

Jugend zwischen zwei Welten. Jugendliche der zweiten Generation, die im Spannungsfeld von familiären Anforderungen und gesellschaftlichen Möglichkeiten aufwachsen, sind Thema eines Stadt Dialogs am 7. Februar ab 18.00 Uhr im Schloss Mirabell.

Vielfalt in Itzling. Bei einem Stadtteilspaziergang am 9. Februar ab 15.00 Uhr werden u. a. das ABZ, der Stadtteilgarten sowie der Verein fairMATCHING besucht.

Mutmacherin. "Lichtblicke - Mut tut gut!" lautet der Titel einer Ausstellung mit Bildern von Helga Pepper, im ABZ - Haus der Möglichkeiten - zu sehen ist.